Kinesiologische Tapes fallen durch ihre Farben auf und werden in Physiotherapie und Sport eingesetzt. Doch welche Aufgabe haben die elastischen Bänder? Erfahren Sie mehr über Anwendung, Möglichkeiten und Grenzen des Tapings.
Die Farbe fällt auf – entscheidend ist die Anwendung
Man sieht sie an Schultern, Knien, Rücken oder Sprunggelenken: elastische Tapes, die direkt auf die Haut geklebt werden und auch bei Bewegung dort verbleiben. Ihre auffälligen Farben machen sie leicht erkennbar – für die therapeutische Anwendung ist die Farbe jedoch nicht entscheidend.
Interessanter ist die Frage, was mit dem Tape erreicht werden soll. Kinesiologisches Taping kann in der Physiotherapie für unterschiedliche Zwecke eingesetzt werden. Es ersetzt jedoch nicht automatisch das, was Muskulatur, Gelenke oder Bewegungsabläufe aktiv wieder leisten müssen.
Ein kinesiologisches Tape stellt ein Gelenk nicht ruhig
Anders als ein starrer Verband lässt ein kinesiologisches Tape Bewegung zu. Seine Aufgabe besteht daher nicht darin, ein Gelenk über mehrere Tage unbeweglich zu fixieren oder es mechanisch in die „richtige“ Position zu bringen.
Das Tape erzeugt während der Bewegung einen anhaltenden Reiz auf der Haut. Je nach Anlage und therapeutischem Ziel kann dieser Reiz genutzt werden, um die Wahrnehmung einer Körperregion zu beeinflussen, Rückmeldung bei bestimmten Bewegungen zu geben oder andere Maßnahmen innerhalb der Behandlung zu ergänzen.
Ein Tape auf eine schmerzende Stelle zu kleben, ist deshalb für sich genommen noch keine vollständige Behandlung. Entscheidend ist, welches Ziel mit der Anwendung verfolgt wird und ob sie zur jeweiligen Situation passt.

Nicht jedes Tape verfolgt dasselbe Ziel
Eine Tape-Anlage am Sprunggelenk muss nicht denselben Zweck erfüllen wie eine Anwendung an der Schulter oder an einer anderen Körperregion. Position und Anlage richten sich danach, was mit dem Taping unterstützt werden soll.
Vor der Anwendung können deshalb die Funktion der betreffenden Region, vorhandene Beschwerden und die Anforderungen bei bestimmten Bewegungen berücksichtigt werden. In manchen Situationen wird das Tape beispielsweise vorübergehend eingesetzt, während gleichzeitig Übungen durchgeführt oder bestimmte Aktivitäten schrittweise wieder aufgenommen werden.
Das Kinesiologische Taping gehört bei der KG Praxis Berkemeyer zu den Privatleistungen. Es kann dort als ergänzende Maßnahme eingesetzt werden, wenn sich aus der individuellen Situation ein sinnvolles Ziel für die Anwendung ergibt – und nicht als standardisierte Lösung für jede Beschwerde.
Tape und Training übernehmen unterschiedliche Aufgaben
Bestehen beispielsweise Einschränkungen bei Kraft, Beweglichkeit oder Bewegungskontrolle, verschwinden diese nicht allein dadurch, dass ein Tape auf der Haut angebracht wird. Genau hier ist die Unterscheidung zwischen einer unterstützenden Maßnahme und den Fähigkeiten wichtig, die aktiv aufgebaut werden müssen.
Mit gezielten Übungen lässt sich die Belastbarkeit schrittweise steigern, Beweglichkeit trainieren oder die Kontrolle einer bestimmten Aktivität verbessern. Ein Tape kann diesen Prozess in ausgewählten Situationen begleiten, übernimmt diese Anpassungen jedoch nicht für den Körper.
Dadurch lässt sich Taping gezielter einsetzen, ohne der Anwendung Wirkungen zuzuschreiben, die sie allein nicht leisten kann.

Und wenn sich eine Bewegung mit Tape tatsächlich besser anfühlt?
Eine solche Wahrnehmung muss nicht bedeutungslos sein, nur weil das Tape ein Gelenk nicht mechanisch „zurechtrückt“. Auch eine vorübergehende Veränderung der Wahrnehmung oder eine zusätzliche Rückmeldung während einer Bewegung kann in bestimmten Situationen therapeutisch genutzt werden.
Gleichzeitig bedeutet eine unmittelbare Verbesserung nicht zwangsläufig, dass die Ursache einer Beschwerde damit beseitigt wurde. Bestehen funktionelle Einschränkungen weiterhin, sollte berücksichtigt werden, was zusätzlich zur Tape-Anlage behandelt oder trainiert werden muss.
Beim Kinesiologischen Taping ist daher weniger die pauschale Frage entscheidend, ob Tape „funktioniert“. Viel hilfreicher ist die Frage, welches konkrete Ziel mit der Anwendung verfolgt wird und welchen Platz sie innerhalb der Behandlung einnimmt.
Kontakt
KG Praxis Berkemeyer Inh. Petra Gillmann: 04474 - 8393
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Sie sind nicht allein. Wir gehen diesen Weg gemeinsam mit Ihnen.
Geschrieben von
Petra Gillmann
Experte für Gesundheit und Wohlbefinden im Gesundheitshaus Garrel.



