Nach der Hüft-TEP: Warum Bewegung oft erst wieder neu gelernt werden muss
Therapie

Nach der Hüft-TEP: Warum Bewegung oft erst wieder neu gelernt werden muss

Petra Gillmann

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2 Min. Lesezeit

Die Operation kann Schmerzen deutlich reduzieren. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass sich der Körper wieder genauso bewegt wie zuvor. Warum die eigentliche Wiederherstellung oft weit über das Gelenk hinausgeht.

Wenn die Schmerzen nachlassen, der Körper sich aber trotzdem noch anders bewegt

Viele Patienten erwarten, dass nach der Operation schnell wieder Normalität eintritt. Die Schmerzen werden weniger, das Gelenk verursacht nicht mehr dieselben Beschwerden wie zuvor und damit entsteht oft die Erwartung, dass sich auch die Bewegung automatisch verbessert.

In der Praxis verläuft dieser Prozess meist deutlich komplexer.

Das Hüftgelenk wurde zwar ersetzt, der Körper hat jedoch über lange Zeit gelernt, sich zu schützen. Häufig wurde über Monate oder sogar Jahre weniger Gewicht auf ein Bein verlagert, bestimmte Bewegungen wurden vermieden und Belastungen unbewusst anders verteilt.

Diese Bewegungsmuster verschwinden nicht in dem Moment, in dem die Operation abgeschlossen ist.


Was der Körper bereits vor der Operation verändert

Oft verändert sich das Bewegungsverhalten lange bevor eine Hüft-TEP-Operation durchgeführt wird.

Die Muskulatur verliert nach und nach an Stabilität, besonders in den Bereichen, die für Beckenführung und Gangbild wichtig sind. Die Schritte werden kleiner, Bewegungen vorsichtiger und der Körper beginnt, Belastung zu reduzieren, um Schmerzen zu vermeiden.

Mit der Zeit läuft dieser Prozess nicht mehr bewusst ab, sondern wird Teil des normalen Bewegungsablaufs.

Genau deshalb beschreiben viele Patienten nach der Operation ein ähnliches Gefühl: Die Schmerzen sind besser, aber das Gehen fühlt sich trotzdem noch ungewohnt an.


Warum Sicherheit und Stabilität nicht sofort zurückkehren

Zwischen einem stabilen Gelenk und einem sicheren Bewegungsablauf besteht ein entscheidender Unterschied.

Auch wenn die Operation medizinisch gut verläuft, muss der Körper Koordination, Muskelkontrolle und Belastung im Alltag häufig erst wieder neu aufbauen. Aufstehen, Treppensteigen, Richtungswechsel oder das vollständige Verlagern des Gewichts auf eine Seite können zunächst Unsicherheit auslösen.

Dabei geht es nicht nur um Kraft. Der gesamte Bewegungsablauf muss sich neu organisieren, nachdem der Körper über lange Zeit mit Schonhaltungen gearbeitet hat.


Wo Physiotherapie nach einer Hüft-TEP entscheidend wird

Die eigentliche Rehabilitation endet nicht mit der Wundheilung.

Physiotherapie setzt genau dort an, wo die Operation allein nicht ausreicht: bei der Wiederherstellung von Bewegungsqualität.

Dazu gehört, Muskulatur gezielt wieder zu aktivieren, das Gangbild zu stabilisieren, Beweglichkeit zurückzugewinnen und Kompensationen abzubauen, die sich vor der Operation entwickelt haben.

Ziel ist nicht nur, wieder gehen zu können, sondern Bewegung wieder sicher, kontrolliert und selbstverständlich werden zu lassen.



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Geschrieben von

Petra Gillmann

Experte für Gesundheit und Wohlbefinden im Gesundheitshaus Garrel.

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