Manuelle Therapie: Was untersucht der Therapeut eigentlich mit den Händen?
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Manuelle Therapie: Was untersucht der Therapeut eigentlich mit den Händen?

Petra Gillmann

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3 Min. Lesezeit

Bei der Manuellen Therapie werden die Hände nicht nur zur Behandlung eingesetzt. Sie helfen auch zu untersuchen, wie sich ein Gelenk bewegt, in welchen Richtungen Einschränkungen auftreten und wie Beschwerden auf unterschiedliche Bewegungen reagieren.

Vor der Behandlung können die Hände auch untersuchen

Bei der Manuellen Therapie dient der Kontakt mit den Händen nicht nur dazu, eine bestimmte Technik auszuführen. Er kann bereits Teil der physiotherapeutischen Untersuchung sein. Ein Gelenk lässt sich gezielt bewegen, während untersucht wird, wie viel Bewegung möglich ist, wie sie abläuft und ob eine bestimmte Bewegungsrichtung die Beschwerden verändert.

Dadurch entstehen Informationen, die nicht immer allein sichtbar werden, wenn eine Person eine Bewegung selbst ausführt. Eine aktive Bewegung zeigt, was sie mithilfe ihrer Muskulatur und Bewegungssteuerung ausführen kann. Wird ein Gelenk dagegen passiv bewegt, lassen sich bestimmte Aspekte mit geringerer aktiver Muskelbeteiligung untersuchen.

Der Vergleich zwischen aktiver und passiver Bewegung kann deshalb dabei helfen, eine Bewegungseinschränkung genauer einzuordnen.

Nicht jede Bewegungseinschränkung bedeutet dasselbe

Zwei Menschen können Schwierigkeiten mit einer ähnlichen Bewegung haben und bei der Untersuchung trotzdem unterschiedliche Befunde zeigen. Bei einer Person kann auch die passive Beweglichkeit deutlich eingeschränkt sein. Bei einer anderen lässt sich das Gelenk weiter bewegen, sobald die Muskulatur die Bewegung nicht selbst ausführen muss.

Dieser Vergleich liefert Hinweise darauf, was in der Behandlung berücksichtigt werden sollte. Gelenkbeweglichkeit, Kraft, Schmerzen und Bewegungssteuerung sind unterschiedliche Faktoren, auch wenn sie alle beeinflussen können, wie gut eine Bewegung gelingt.

Manuelle Therapie bedeutet deshalb nicht einfach, eine vermeintliche „Blockade“ zu finden und zu lösen. Die Untersuchung soll zeigen, wie sich die betroffene Region verhält und welche Behandlung auf Grundlage dieser Befunde sinnvoll sein kann.

Auch kleine Bewegungen liefern Informationen

Bei der Untersuchung kann der Physiotherapeut kleinere und gezieltere Bewegungen einsetzen als jene, die wir im Alltag bewusst ausführen. Je nach Gelenk und Fragestellung können unterschiedliche Bewegungsrichtungen und die Reaktion des Gelenks darauf untersucht werden.

Dabei geht es nicht ausschließlich darum, eine Bewegung in Zentimetern oder Grad zu messen. Relevant ist beispielsweise auch, wann eine Einschränkung auftritt, ob eine bestimmte Bewegung die Beschwerden auslöst oder verändert und wie diese Befunde zu den aktiven Bewegungen passen.

Erst das Zusammenspiel dieser Informationen trägt zur physiotherapeutischen Beurteilung bei – nicht eine einzelne Wahrnehmung durch die Hände.

Eine manuelle Technik verfolgt ein bestimmtes Ziel

Nach der Untersuchung können manuelle Techniken beispielsweise eingesetzt werden, um die Beweglichkeit eines Gelenks oder bestimmter umliegender Strukturen zu beeinflussen. Welche Technik verwendet wird und in welcher Richtung und Intensität sie ausgeführt wird, richtet sich nach dem Befund und dem jeweiligen Behandlungsziel.

Deshalb muss Manuelle Therapie auch nicht in jeder Behandlungseinheit gleich aussehen. Die Reaktion auf eine Technik kann anschließend erneut überprüft werden: Hat sich eine Bewegung verändert? Ist mehr Beweglichkeit möglich? Treten die Beschwerden noch auf dieselbe Weise auf? Diese Informationen helfen dabei zu entscheiden, ob die Vorgehensweise beibehalten, angepasst oder ergänzt wird.

Manuelle Techniken und aktive Bewegung können sich ergänzen

Eine durch eine manuelle Technik erreichte Veränderung kann für die Behandlung hilfreich sein, muss aber nicht deren Endpunkt sein. Je nach Beschwerdebild können Übungen für Beweglichkeit, Kraft oder Bewegungssteuerung hinzukommen, damit die betroffene Region anschließend auch aktiv eingesetzt wird.

Auf diese Weise wird die Manuelle Therapie als Teil der Physiotherapie eingesetzt und nicht als isolierte Maßnahme. In der KG Praxis Berkemeyer können qualifizierte Therapeuten Untersuchung, manuelle Techniken und aktive Übungen entsprechend den jeweiligen Befunden und Anforderungen miteinander verbinden.

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Geschrieben von

Petra Gillmann

Experte für Gesundheit und Wohlbefinden im Gesundheitshaus Garrel.

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