Mit dem Einsatz einer Knieprothese ist ein wichtiger Schritt geschafft. Beweglichkeit, Muskelkraft und Belastbarkeit müssen sich danach jedoch weiterentwickeln. Die Physiotherapie begleitet diesen funktionellen Aufbau nach der Operation.
Die Knieprothese ist eingesetzt und ein wichtiger Teil der Behandlung damit abgeschlossen. Für die Funktion des Beins beginnt jedoch eine weitere Phase: Das Knie und die umliegenden Strukturen müssen Fähigkeiten zurückgewinnen, die mit dem neuen Gelenk nicht automatisch wiederhergestellt werden.
Ein neues Gelenk ersetzt nicht automatisch die verlorene Funktion
Eine Knie-TEP ersetzt die geschädigten Gelenkflächen. Muskelkraft, Beweglichkeit und die Fähigkeit, alltägliche Belastungen zu bewältigen, kommen damit jedoch nicht automatisch zurück. Einige dieser Fähigkeiten können bereits vor der Operation durch längere Beschwerden und eine reduzierte Aktivität abgenommen haben.
Auch die Zeit rund um den Eingriff verändert vorübergehend, wie das operierte Bein eingesetzt und belastet wird. Die Erholung besteht deshalb nicht allein darin, die Heilung abzuwarten. Das Knie muss schrittweise wieder an Bewegungen und Belastungen herangeführt werden, die im Alltag benötigt werden.

In der Physiotherapie zählt nicht nur, wie weit sich das Knie beugen lässt
Die Beugung des Knies erhält nach einer Knie-TEP viel Aufmerksamkeit – und das aus gutem Grund. Sie wird für zahlreiche alltägliche Bewegungen benötigt. Die Anzahl der erreichten Beugegrade zeigt jedoch nur einen Teil der funktionellen Erholung.
Auch die Streckung spielt eine wichtige Rolle. Lässt sich das Knie nicht ausreichend strecken, kann dies die Position des Beins beim Stehen und das Gangbild beeinflussen. Gleichzeitig wird die Kraft des Quadrizeps benötigt, um das Knie unter Belastung zu stabilisieren, vom Stuhl aufzustehen und Bewegungen wie das Treppensteigen kontrolliert auszuführen.
In der Physiotherapie werden deshalb verschiedene Aspekte gemeinsam betrachtet: Beweglichkeit, Muskelkraft, die Übernahme des Körpergewichts auf das operierte Bein und das Gangbild. Zwei Menschen mit einer ähnlichen Beweglichkeit können dabei ganz unterschiedliche funktionelle Schwierigkeiten haben. Die Behandlung orientiert sich daran, was die jeweilige Person tatsächlich noch einschränkt.
Treppe, Stuhl, längere Wege: Der Alltag zeigt, was noch fehlt
Oft zeigt sich außerhalb der Behandlungsliege besonders deutlich, welche Fähigkeiten bereits zurückgekehrt sind. Vom Stuhl aufzustehen, längere Strecken zu gehen oder eine Treppe zu bewältigen erfordert jeweils eine andere Kombination aus Beweglichkeit, Kraft und Kontrolle des Beins.
Solche Aufgaben können auch die weitere Therapie bestimmen. Mit zunehmender Erholung lassen sich Übungen schrittweise stärker an den Anforderungen orientieren, denen der Patient zu Hause, bei der Arbeit oder bei seinen persönlichen Aktivitäten wieder begegnen möchte.

Nach der Reha kann noch Trainingsbedarf bestehen
Nach der ersten Rehabilitationsphase kann sich das Knie bereits deutlich verbessert haben, ohne dass Kraft und Belastbarkeit für alle individuellen Anforderungen vollständig zurückgekehrt sind. Wie es weitergeht, hängt deshalb davon ab, was bereits möglich ist und welche Fähigkeiten noch aufgebaut werden sollen.
In der KG Praxis Berkemeyer kann die weitere Begleitung Physiotherapie und – bei entsprechender Indikation und erfüllten Voraussetzungen – Trainingsformen wie Krankengymnastik (KG), Krankengymnastik am Gerät (KGG), Rehasport oder T-RENA umfassen. Dabei geht es darum, die funktionelle Erholung mit einer angemessenen Steigerung der Belastung fortzuführen, statt sie allein deshalb als abgeschlossen zu betrachten, weil eine bestimmte Rehabilitationsphase beendet ist.
Kontakt
KG Praxis Berkemeyer Inh. Petra Gillmann: 04474 - 8393
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Sie sind nicht allein. Wir gehen diesen Weg gemeinsam mit Ihnen.
Geschrieben von
Petra Gillmann
Experte für Gesundheit und Wohlbefinden im Gesundheitshaus Garrel.



