Rückenschmerzen haben nicht immer ihren Ursprung im Rücken
Therapie

Rückenschmerzen haben nicht immer ihren Ursprung im Rücken

Petra Gillmann

Autor

3 Min. Lesezeit

Unser Bewegungsapparat funktioniert nur durch das Zusammenspiel von Muskeln, Gelenken und Nerven. Deshalb befindet sich die eigentliche Ursache einer Beschwerde nicht immer dort, wo der Schmerz wahrgenommen wird.

Nicht jeder Schmerz, der ins Bein zieht, kommt aus der Wirbelsäule

Schmerzen im unteren Rücken, die bis ins Gesäß oder entlang des Beins ausstrahlen, sorgen häufig für dieselbe Vermutung: „Ist das vielleicht ein Bandscheibenvorfall?“

Dieser Gedanke ist nachvollziehbar, denn Veränderungen an der Wirbelsäule können solche Beschwerden tatsächlich auslösen. Sie sind jedoch nicht die einzige mögliche Ursache.

Bei manchen Menschen liegt der Ursprung in einer kleinen Muskelgruppe, die tief im Bereich der Hüfte verläuft und den Ischiasnerv beeinflussen kann. Die Beschwerden können sich dann sehr ähnlich anfühlen wie bei einer Reizung im Bereich der Lendenwirbelsäule.


Wenn eine kleine Muskelstruktur große Beschwerden verursacht

Der Musculus piriformis gehört zur tiefen Hüftmuskulatur und spielt eine wichtige Rolle bei der Stabilisierung des Beckens sowie bei verschiedenen Bewegungen des Beins.

Kommt es in diesem Bereich zu einer erhöhten Spannung oder Überlastung, können umliegende Strukturen gereizt werden, insbesondere der Ischiasnerv. Die Folge können Schmerzen im Gesäß, ein brennendes Gefühl, Beschwerden beim längeren Sitzen oder sogar ausstrahlende Schmerzen bis ins Bein sein.

Oft entwickeln sich diese Beschwerden schleichend und fallen zunächst in ganz alltäglichen Situationen auf.


Manche Alltagsgewohnheiten machen die Beschwerden deutlicher

Langes Sitzen, ausgedehnte Autofahrten, viele Stunden am Schreibtisch oder wiederkehrende Belastungen beim Sport können die Spannung in diesem Bereich zusätzlich erhöhen.

Viele Betroffene berichten außerdem, dass sich die Beschwerden beim Übereinanderschlagen der Beine, nach längerem Sitzen oder bei längeren Spaziergängen verstärken.

Solche Beobachtungen ersetzen keine Diagnose. Sie zeigen jedoch, dass ausstrahlende Schmerzen nicht zwangsläufig ihren Ursprung in der Wirbelsäule haben müssen.


Eine genaue Untersuchung schafft Klarheit

Da verschiedene Ursachen sehr ähnliche Beschwerden auslösen können, ist eine sorgfältige Untersuchung besonders wichtig.

Veränderungen an der Lendenwirbelsäule, funktionelle Einschränkungen im Hüftbereich oder muskuläre Spannungszustände können einzeln oder gemeinsam zu den Beschwerden beitragen.

Die eigentliche Ursache zu erkennen, ist deshalb ein wichtiger Schritt, um die Behandlung gezielt auszurichten.


Wo Physiotherapie unterstützen kann

Wenn sich zeigt, dass muskuläre oder funktionelle Veränderungen an den Beschwerden beteiligt sind, kann die Physiotherapie gezielt an diesen Faktoren ansetzen.

Dazu gehören unter anderem die Verbesserung der Beweglichkeit, die Reduzierung muskulärer Spannungen sowie Übungen zur Stabilisierung der Hüft- und Beckenregion. Ergänzend können alltagsbezogene Empfehlungen helfen, wiederkehrende Belastungen besser zu steuern.

Ziel ist es nicht nur, die Schmerzregion zu behandeln, sondern die Strukturen zu unterstützen, die zu den Beschwerden beitragen.


Der Ort des Schmerzes ist nicht immer der Ursprung des Problems

Unser Bewegungsapparat funktioniert nur durch das Zusammenspiel von Muskeln, Gelenken und Nerven.

Deshalb befindet sich die eigentliche Ursache einer Beschwerde nicht immer dort, wo der Schmerz wahrgenommen wird.

Wenn Beschwerden länger bestehen bleiben, wiederkehren oder den Alltag zunehmend einschränken, kann eine individuelle Untersuchung helfen, diese Zusammenhänge besser zu verstehen und die passende Behandlung einzuleiten.


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KG Praxis Berkemeyer Inh. Petra Gillmann: 04474 - 8393

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Geschrieben von

Petra Gillmann

Experte für Gesundheit und Wohlbefinden im Gesundheitshaus Garrel.

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